Letzten Sonntag ist unsere Annette beim Run of Colors in Köln gestartet. Unser Duracellhäschen hat ein sehr gleichmäßiges Rennen absolviert. Die Strecke ging über 2 Runden, die Sie in 29:32/29:31 bewältigte, der Lohn NEUE BESTZEIT und endlich unter 1 Stunde. Mit einer Endzeit von 59:03 schiebt Sie sich in der Bestenliste 2 Plätze nach vorne und ist jetzt eine SUB 1 Läuferin auf 10KM.... unser Glückwunsch, wer so regelmäßig und fleissig trainiert hat sich das verdient!!!!

Noch voller Euphorie und geplagt von Muskelkater schreibe ich nun ein wenig von meinem Rennen beim Berlin Marathon 2017.

Da nach der Triathlon-Saison meine Motivation im Keller war, bin ich ohne große Ambitionen und mit einem recht schmalen Trainingsprogramm an den Start gegangen. In meinem Kopf liebäugelte ich natürlich schon mit Optimal-Zielen und hatte ein paar klassische „Was wäre-Wenn“-Strategien im Kopf. Was ich allerdings nicht im Kopf hatte: Morgens beim Frühstück zu merken, dass ich ja doch nicht in der zweiten Startwelle, sondern noch mit der ersten starten werde. Das brachte meinen Puls bereits auf den Status „aufgewärmt“, was gibt es schlimmeres als Stress am Wettkampfmorgen. Also schnell alles eingepackt und im lockeren Trabtempo bereits zur S-Bahn gelaufen. Wirklich erleichternd, wenn man den Materialaufwand zwischen einem Marathon und einem Triathlon vergleich. Schuhe Trikot und Hose, Verpflegung, Startnummer – fertig!

Am Startplatz angekommen hatte ich trotz allem noch ca. 45 Minuten Zeit und konnte noch in Ruhe den letzen Toilettengang hinter mich bringen. Hier auch das einzige Manko. Während die Abholung der Startnummer und die ganze Registrierung und Messe wahnsinnig gut organisiert ist, herrscht morgens absolutes Chaos auf dem Start Gelände. Abgesehen davon ist der Berlin-Marathon ein Muss für jeden, der einmal die 42,195 km hinter sich bringen möchte.

So also ab in den Startblock, auf das Aufwärmen habe ich verzichtet, da das angepeilte Tempo eh nicht sonderlich weit über meinem Grundlagentempo lag. Endlich ging es los. Nach einem KM schaute ich auf die Uhr und war trotz des Gedrängels erstaunt, dass ich bereits ein Sub4 (Marathon unter 4 Stunden) -Tempo laufen konnte. Wie mir bereits bekannt, ist die erste Hälfte eines Marathons rein von der Herausforderung her fast langweilig. In Berlin war das allerdings anders. Damals in Köln dachte ich bereits, die sind alle Jeck, aber die Berliner haben Stimmungsmässig da nochmal ordentlich einen draufgesetzt. 

Durch mein Marathon-Minimal-Training war ich erstaunt, wie gut sich alles anfühlte, meine KM lief ich wie ein Uhrwerk recht konstant und meine Herzfrequenz pendelte sich bei gerade mal 82% ein. Super! Da bleiben die Muskeln versorgt und alles ist spitze. Die Halbmarathon-Marke bei 1:57:32 passiert, dachte ich, heute brennt nichts an. 

Km 28 kam dann die erste kurze Down-Phase und ich dachte daran bei km 30 oder kurz danach kurz zu gehen. Schaute ich allerdings auf meine Zeiten gab es dafür keinerlei Gründe. Im Gegenteil. Und das war genau auch das Problem. Wie von einer Tarantel gestochen erhöhte ich meine Pace um ca. 20 Sekunden pro Kilometer, was sich bereits nach 2 km bemerkbar machte. Es gab direkt einen Krampf, mein Puls war zu hoch und damit einhergehend kam auch direkt das nächste gedankliche Tief. Ab hier musste ich kämpfen. Nur noch 10 Kilometer! Irgendwie bis Kilometer 36,2 geschleppt durfte ich die Stimmung vom RedBull HotSpot aufsaugen, und konnte mich für die letzten Kilometer nochmal mit RedBull-Schorle (normalerweise widerlich und Energy-Getränke sind überhaupt nicht mein Ding) stärken. Flügel wuchsen mir dadurch keine mehr, aber ich konnte weitestgehend durchlaufen. Bei Kilometer 40,x rief Daniel mir noch gut zu, und ich wusste zumindest das Finish wird mir keiner nehmen. Ich versuchte mit allen Mitteln die Zeit unter 4h zu drücken, aber sobald ich schneller wurde bekam ich direkt Krämpfe in die linke Wade. Also einfach nur noch den Zieleinlauf „genießen“. Das Brandenburger Tor durchquert, trennten mich noch ca. 500 Meter zum verdienten Zieleinlauf. 

4:02:39 stehen auf der Uhr und für mein Training bin ich voll zufrieden. Schaue ich auf meine Kilometer der letzten Wochen zurück, kann ich sagen, dass ich den Marathon fast „einfach mal so“ gelaufen bin, ohne auch nur einen Hauch spezifischer Vorbereitung zu absolvieren. Die Grundlagenausdauer scheint also durch das Triathlon Training durchaus vorhanden zu sein. Nun heißt es regenerieren. Mein krönender Abschluss findet am 7. Oktober im Allgäu statt. Der Swim-Run steht vor der Tür. 23 Kilometer mit 650 Höhenmetern laufen und zwischendurch insgesamt 3,7 Kilometer Schwimmstrecke bewältigen.  Das alles bei einer Wassertemperatur von 12-14°C. 

Liebe Grüße aus Hamburg

10UHR15 in Deutschland, Treffpunkt Runner Shop (Home of Lustlauf), passend zum 11. Solidaritätslauf gibt es eigentlich 11 startwillige Lustläufer, leider war Oliver dann doch verhindert . Wie im Vorjahr strebt man als Team wieder die 200 Runden an… letztes Jahr sind wir mit 156 Runden klar gescheitert. Kaum einer, außer mir, ist nervös, die bekannte 675 m lange Runde abspulen ist schon zur Routine geworden im 3. Jahr. Einige sind schon vorher ein paar Kilometer gelaufen , Kathrin und Monika 8Km und Sebastian in der Marathonvorbereitung 31KM. Nach netter Begrüßung , mach ich mich schon vorher auf den Weg, da ich auch den Runner Shop, Hauptsponsor, des Solidaritätslauf auf der Bühne vertrete. Mit“ Merkelraute „ stehe ich auf der Bühne, halte meine kurze effektive Rede und werde von Martin Pier zu den Lustläufern pünktlich zum Start runter geschickt. Part 1 gelungen, mit Applaus von der Bühne geschickt, Part 2 wie hält der linke Fuß, immer noch von der Plantarfasziitis geschädigt, New York rückt ja auch immer näher. Gemeinsam gehe ich mit Sacha, Jörg, Anselm, Gerhard und Udo an ; Michaela aus meinem Laufseminar schließt sich auch noch an, Kathrin und Monika bleiben kurz hinter uns in Sichtweite. Sebastian und Dietmar, der wieder 30 Runden eingeplant hat, sehen wir schon bald nicht mehr. Die Rundenzeiten pendeln sich um die 4 Minuten ein, leider gibt es schon direkt am Anfang einen Sturz. Eine ältere Dame kommt ins Straucheln und fällt unglücklich, große Platzwunde am Kopf und Brummschädel, aber Entwarnung. In Runde 4 überrundet mich schon Dietmar und kurz danach Sebastian. Ich nehme etwas raus und schone meinen Fuß, am Ende mache ich aber doch überglücklich die 10 Runden voll und der Rundenschnitt ist bei einer Endzeit von 40:26 konstant geblieben. Sebastian hatte mich da schon zum 2. Mal überrundet, finisht aber auch nach 10 Runden, da 36KM auf´m Plan standen. Udo der die ganze Zeit bei mir geblieben ist, hängt noch 2 Runden dran kommt somit auf 12 Runden. Die siamesischen Zwillinge Kathrin und Monika trennt nur eine Runde (10-11), da Kathrin einen Boxenstopp an der Pipibox macht. Das Quartett Sacha, Jörg, Gerhard und Anselm bleibt bis Runde 15 zusammen, dann hat Anselm sein Ziel 15 Runden erreicht, danach läuft das Trio noch bis Runde 17 zusammen und sammelt fleißig Runden. Spitzenreiter ist wieder Dietmar, diesmal mit 21 Runden, mehr geht nicht, da aus zeitorganisatorischen Gründen, letztendlich nur 1 Stunde und 10 Minuten anstatt 1Std 30Minuten gelaufen wird. Alles in allem werden es 140 Runden, die Lustlauf gerne wieder auf 200Euro aufrundet, wie im Vorjahr , getreu dem Motto „the same procedure as every year „

Samstag war es soweit. Premiere des StrongmanRuns in Köln. Nach 2014 am Nürburgring und 2016 in Flachau/Österreich mein dritter Strongman. Nachdem ich letztes Jahr "nur" die Rookie-Runde 10k gelaufen bin, war dieses Jahr wieder die Gesamtdistanz 20k angesagt. Zwei Runden mit je 21 Hindernissen waren zu laufen. Okay, das 21. Hindernis musste man in der zweiten Runde nicht mehr erklimmen. Laufen alleine war aber nicht angesagt. Man musste auch schwimmen, klettern und robben. Matsch, Schaum und Sand sind auch nicht zu vergessen. Die Location: der Fühlinger See in Nähe der Ford-Werke. Eigentlich ganz nett dort. Die Strecke war recht eben und führte um und durch den See. Hindernisse an sich waren nicht sonderlich anspruchsvoll. Sie sahen in den Zeichnungen im Internet (www.strongmanrun.de/vorbereitung/hindernisse/hindernisse-koeln-2017/) schwieriger aus und wichen teilweise geringfügig davon ab. Auch das Schwimmen war mit Schuhen problemloser als gedacht und hat Spaß gemacht. Zum Glück war es nicht zu kalt. Unterm Strich hat es mir gefallen und ich bin mit einer Zeit von 2:26:20 sehr zufrieden. Den Lauf bin ich locker angegangen und habe ihn auch so beendet. Ankommen und Spaß haben war eben angesagt. Und der Sportograf hat wieder ein paar Erinnerungen im Bild festgehalten.

 

10 KM Braderie de Lille

 

Am Samstag (03.09.2017) ging’s mit meiner Tochter für ein paar schöne Tage nach Frankreich. In Lille findet seit dem 12. Jahrhundert jährlich die „Braderie de Lille“, der größte Trödelmarkt Europas (ca. 100 km Verkaufsstände!), statt. Die Spezialität der Braderie von Lille sind die Moules (Miesmuscheln), Hunderte von Tonnen werden dort an dem Wochenende gegessen.

 

Im Rahmen dieses riesen Events gibt es auch einen Halbmarathon und einen 10 km Lauf. Letztes Jahr musste die ganze Veranstaltung (Trödelmarkt + Halbmarathon) wegen Terrorgefahr kurzfristig storniert werden. Dieses Jahr hat sie mit sehr intensiven Sicherheitsvorkehrungen, viel strengeren Regeln für den Trödelmarkt und einer geänderten Route des Halbmarathons wieder stattgefunden.

 

Ich hatte mich für den 10 km Lauf angemeldet. Alles rechtzeitig geplant, da man bei der Anmeldung an Sportveranstaltungen in Frankreich eine ärztliche Bescheinigung vorlegen muss. Ohne vorherigen Besuch beim Arzt geht dort nichts.

 

Nach Ankunft mit dem Zug von Dünkirchen (wo wir das verlängerte Wochenende verbracht haben) sind wir erst zum MEL (Metropole Européenne de Lille) hingegangen, um die Startunterlagen abzuholen. Das offizielle knallgelbe T-Shirt des Laufes habe ich auch erhalten. Leider gab es keine Größe S mehr, aber M ist auch okay.

 

Der Lauf geht gerade aus durch die Stadt ohne jegliche Kurve und nach 5 km geht es wieder auf derselben Strecke zurück. Trotz meiner Befürchtungen war es nicht langweilig. Nach einem Kilometer sind die ersten Läufer der 10 km Strecke uns auf der anderen Straßenseite schon entgegen gekommen (der Start ging wellenweise) und wurden mit Jubeln begrüßt. Unter mehreren Brücken ging es runter und wieder rauf. Außerdem war es so fröhlich wie ich es noch nie erlebt habe. In meiner Nähe lief jemand mit Musiklautsprecher, hat lautstark gesungen und viele Läufer um ihn herum haben mitgesungen. Ich habe entschieden, bei dieser Gruppe zu bleiben. Bis zur Hälfte der Strecke ist es mir gelungen. Danach liefen sie vorne und hatten sich eh beruhigt.

 

Es war ein schöner Lauf und auch mein schnellster 10 km Lauf (1:01 Stunde). Es war nicht zu heiß aber sehr sonnig. Perfekte Laufbedingungen. Es hat Spaß gemacht. Danach ging es auf den Trödelmarkt und zum Miesmuscheln essen!

 

Hélène